Was macht eigentlich…unsere allererste BCSP-Absolventin Lisa Schmitz?
Falls Sie eine Visitenkarte haben (oder auch die berufliche E-Mail-Signatur): Was steht darauf?
Auf meiner E-Mail-Signatur steht: Senior Associate, FS Technology & IT Compliance. Visitenkarten werden bei uns so nicht mehr verwendet. Man kann sich allerdings einen QR-Code generieren lassen, der auf das persönliche Linkedin-Profil führt.
Wie würden Sie jemandem in 30 Sekunden erklären, was Sie beruflich machen?
Ich arbeite in der Beratung im Bereich Financial Services mit Schwerpunkt IT-Compliance. Dabei unterstütze ich v.a. Banken und Versicherungen bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen rund um Informationssicherheit. Dazu gehören auf der einen Seite die Analyse bestehender Dokumente, Prozesse, etc. und das Erheben von möglichen Lücken zur Regulatorik, als auch Unterstützung bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen.
Was sind Ihre Aufgaben; wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?
Einen typischen Arbeitsalltag würde ich sagen, gibt es fast nicht. Es hängt stark davon ab, welchem Projekt man zugeordnet ist.
Bei Projekten zur Umsetzung bspw. wird viel intern, aber auch mit dem Kunden gesprochen, d.h man verbringt den Großteil des Tages in Meetings und kommt leider weniger zum tatsächlichen Arbeiten. Je nach Kunde heißt das auch schon mal dorthin zu fahren. Das passiert allerdings eher selten. Der größte Teil meiner Arbeit passiert remote.
Bei Projekten, wo Dokumente/ Prozesse analysiert werden, hat man zwar auch Meetings, diese sind allerdings nicht ganz so häufig. Dafür muss man sich natürlich mit der Dokumentation des Kunden auseinandersetzen und liest so sehr viel.
Was ist das Coolste an Ihrem Job? Was gefällt Ihnen nicht so gut?
Ich habe das Glück auch international arbeiten zu dürfen. Das heißt, mit Kolleg:innen aus anderen Standorten verteilt über Europa im Austausch zu stehen. Im Rahmen dessen durfte ich bereits nach Brüssel und Barcelona reisen. Sonst ist es interessant, einfach zu sehen, wie verschiedenen Finanzinstitute die gleichen regulatorischen Vorgaben unterschiedlich umsetzen.
Was mir nicht so gut gefällt, ist, dass alles sehr projektabhängig ist. Wenn man kein Projekt hat oder auf dem Projekt nichts bzw. zu viel zu tun ist, kommt man da leider nicht so schnell wieder raus. Man kann nur hoffen, dass das nächste Projekt besser wird.
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie heute im Job brauchen, haben Sie im Studium an der H-BRS erworben oder kennengelernt?
Generell kann jeder theoretisch den Job machen. Allerdings ist es v.a. in der IT-Compliance von Vorteil, dass ich während dem Studium an der H-BRS ein bisschen was aus jedem Bereich mitbekommen habe. So verstehe ich bspw. auch konkrete Anforderungen an die Netzwerksicherheit und muss mich nicht jedes Mal neu einlesen. Hilfreich waren auch die Kurse von Frau Dr. Haferkorn zum Informationssicherheitsmanagement und Prüfung des Informationssicherheitsmanagements. Zwar habe ich nicht mehr direkt mit der ISO27001 zu tun, allerdings wurde ich so mit dem gängigen Aufbau eines Standards vertraut gemacht.
Kurioses, Lustiges, Trauriges während des Studiums – was würden Sie Kindern erzählen?
Im Modul Digitale Forensik mussten wir, um zur Prüfung zugelassen zu werden, erst eine mündliche „Vorprüfung“ bestehen zu einem Case, den wir während des Semesters bearbeiten mussten. Diese mündliche Prüfung hat allerdings im Winter am Frauenhofer Institut in Bonn stattgefunden. Dummerweise hatte es genau an dem Tag so stark geschneit, dass Busse und Straßenbahnen nicht gefahren sind. Das war dann sehr nervenaufreibend, doch noch rechtzeitig dort zu erscheinen. Generell sind die Bahnen/ Busse komischerweise immer in den Prüfungsphasen ausgefallen oder wurden bestreikt.
Was würden Sie Studierenden Ihres Studiengangs raten, die den Einstieg in den Beruf noch vor sich haben?
Wenn ihr genau wisst, in welchen Bereich ihr nach dem Studium gehen wollt, super! Für diejenigen, die es noch nicht wissen, macht euch keinen Kopf! Ich selbst bin auch nur durch Zufall in der Beratung gelandet. Seid einfach offen und geht auch mal auf die Jobbörse an der H-BRS, da findet man auch gerne Impulse (oder einfach nur gute Gespräche). Sonst genießt einfach eure restliche Zeit im Studium!
„Die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg ist für mich…“ – mögen Sie für uns diesen Satz vervollständigen?
… ein Ort, wo ich viele neue Leute kennenlernen durfte und sehr viel gelernt habe.