Zu Gast beim Oberlandesgericht Düsseldorf

Die Theorie in die Praxis umsetzen – das stand am Anfang Januar 2024 auf dem Programm für knapp 100 Studierende des Studiengangs „Digitale Forensik“ der Hochschule Niederrhein (HSNR) am Cybercampus-NRW. Die Studierenden hatten im Rahmen ihres Erstsemesterprojekts die Aufgabe, einen fiktiven Kriminalfall zu lösen. Die Ergebnisse wurden anschließend Anfang Januar in einer nachempfundenen Gerichtsverhandlung den Richtern des Oberlandesgerichts (OLG) Düsseldorf vorgestellt.

Die Ausgangslage war ein fiktiver Diebstahl eines wertvollen Gemäldes aus einem Düsseldorfer Kunstmuseum. Die Studierenden hatten die Aufgabe, die Computer der fünf festgenommen Tatverdächtigen auf Hinweise zum Verbrechen untersuchen. Die angehenden Forensikerinnen und Forensiker, darunter auch Polizist:innen, werteten die Beweismittel und rekonstruierten mit ihren Ergebnissen detailreich das fiktive Verbrechen.

Zum Abschluss ihrer Arbeiten stellten sie die gewonnenen Indizien den Richtern Professor Dr. Timo Schwarzwälder und Dr. Ludwig Thönnissen am OLG Düsseldorf vor. Beide Richter waren überaus angetan von den Fachkenntnissen und den Präsentationen der Erstsemesterstudierenden. Sie gaben den Studierenden wertvolle Tipps und klärten sie auch über die Folgen für die Tatverdächtigen auf, die sich aus dem Verbrechen ergeben hätten. „Die Präsentation im Gerichtssaal und die fachliche Kommentierung durch einen Richter war für alle ausgesprochen wertvoll. Das gibt der Veranstaltung zusätzliche Praxisnähe“, sagt Professor Dr. Thomas Meuser, der das Erstsemesterprojekt leitet, abschließend. Auch Student Michael Porrio resümiert, dass die Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten unter den Studierenden schon des öfteren einen Gerichtssaal von innen gesehen haben, diese Veranstaltung aber doch etwas Besonderes und Außergewöhnliches gewesen sei.

Neben der Verhandlung gab es für die Studierenden eine Führung durch das eindrucksvolle Gebäude des Oberlandesgerichts. Beim anschließenden Get-together begrüßte OLG-Präsident Dr. Werner Richter im Plenarsaal alle Beteiligten, die sich noch intensiv über den Fall und die Verhandlung austauschten.