Jan Tolsdorf verteidigt Promotion mit Auszeichnung

Bonn-Rhein-Sieg University of Applied Sciences

In seiner Doktorarbeit beschäftigte sich Jan Tolsdorf mit Datenschutz für Angestellte – und das höchst erfolgreich: am 8. August 2022 hat er in Göttingen seine Dissertation mit dem Titel “Investigation of Information Privacy in Employment: Fundamental Knowledge and Practical Solutions for the Human-Centered Design of Measures to Preserve the Right to Informational Self-Determination in Employment” verteidigt und mit Auszeichnung abgeschlossen.

In seinem Dissertationsprojekt befasst sich Tolsdorf mit dem Problem, dass Arbeitgebende in einer digitalisierten Arbeitswelt immer mehr personenbezogene Daten über die eigenen Beschäftigten verarbeiten. Dies ist den Beschäftigten nicht immer bewusst und oft fehlt es an Transparenz und Know-how zum Thema Datenschutz. Jan Tolsdorf beleuchtet in seiner Dissertation die Wahrnehmung des Privatsphäre-Rechts von Beschäftigten sowie deren Wahrnehmungen und Erwartungen an die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten. Darüber hinaus zeigt er Wege auf, wie Beschäftigte, die selbst personenbezogene Daten ihrer Kolleginnen und Kollegen verarbeiten müssen, im datenschutzkonformen Umgang mit diesen Daten unterstützt werden können. Die Ergebnisse seiner Arbeit bieten eine Grundlage für die Gestaltung und Umsetzung von Datenschutzmaßnahmen, die die Sichtweisen, Erwartungen und Fähigkeiten von Beschäftigten einbeziehen.

Sein Dissertationsprojekt wurde im Rahmen einer Kooperation zwischen der Gruppe für Daten- und Anwendungssicherheit von Prof. Luigi Lo Iacono vom Institut für Cyber Security & Privacy im Fachbereich Informatik der H-BRS und der Forschungsgruppe Computersicherheit und Privatheit von Professorin Delphine Reinhardt an der Universität Göttingen durchgeführt. Hier hat Jan Tolsdorf das Doktorandenprogramm in Informatik an der Georg-August University School of Science durchlaufen.

Jan Tolsdorf (2. v. l.) mit Betreuerin Prof. Delphine Reinhardt (links) und zwei seiner Doktorandenkollegen Luca Hernández Acosta (3. v. l.) und Lindrit Kqiku (4. v. l.)

Zunächst bleibt er dem Institut für Cyber Security & Privacy des Fachbereichs Informatik weiter als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe von Professor Lo Iacono erhalten. Anschließend kann er sich sowohl eine wissenschaftliche als auch eine privatwirtschaftliche Laufbahn vorstellen. 

Für diejenigen, die noch am Anfang ihrer Promotion stehen, hat er folgenden Rat:

“Möglichkeiten wahrnehmen, um mit anderen PhD-Studierenden, Forscherinnen und Forschern in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen. Aus meiner Sicht bedeutet das vor allem, die Konferenzen und Kongresse wieder persönlich zu besuchen, wenn es die Möglichkeit dazu gibt. Auch wenn die Teilnahme im Gegensatz zur Online-Teilnahme viel mehr Zeit kostet, lohnt sich der Austausch ungemein.”

Herzlichen Glückwunsch!